News


18.12.2018

Es geht um den Schutz unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung

Wie kann unsere Gesellschaft der Verbreitung von Desinformationen über das Internet Einhalt gebieten? Das Forschungsprojekt DORIAN sucht Antworten auf diese Frage. Projektkoordinator Dr. Michael Kreutzer über den jetzigen Stand der Projektergebnisse im Interview.

Zum Interview


16.11.2018

Fake News entschieden entgegentreten

DORIAN hat Empfehlungen für Bürger, Journalisten und die Politik zusammengestellt.

Zum Download des Policy Papers (PDF)


12.11.2018

Interview mit Prof. Dr. Katarina Bader - Wie erkennt man Fake News? Fertiglesen hilft!

Im Projekt DORIAN untersucht die Hochschule der Medien in Stuttgart eine Sammlung von Fake News mittels journalistischer Methoden und bewertet sie nach unterschiedlichen Kriterien. Prof. Dr. Katarina Bader und Prof. Dr. Lars Rinsdorf leiten das Team an der HdM. Frau Bader stellt die bisherigen Untersuchungsergebnisse vor.

Frau Bader, was haben Sie und Ihr Team bisher über Fake News herausgefunden?
Wir haben bisher rund 500 Fake-News-Beiträge sowie 39 relevante Fake-News-Kanäle identifiziert und nach bestimmten Gesichtspunkten untersucht. Dabei haben wir viel über thematische Schwerpunkte, Kommunikationsstrategien, Professionalität und sprachliche Strukturen von Fake News gelernt. Die allermeisten Seiten sind eine Mischung aus - teils sehr radikalen - Meinungsbeiträgen, vermischt mit wahren und frei erfundenen Nachrichten. Der Anteil an Fake News variiert von Plattform zu Plattform sehr stark. Untereinander sind diese sogenannten "alternativen Medien"gut vernetzt. Sie beziehen sich aufeinander und zitieren sich gegenseitig.

Welche Themen dominieren in der Fake-News-Community?
Der Themenkomplex Migration in Verbindung mit Kriminalität und innere Sicherheit dominiert ganz klar, in unserem Sample, in das wir ausschließlich Beiträge aufgenommen haben in denen nachweislich mit Desinformation gearbeitet wurde. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den sogenannten Mainstream-Medien, die von der Fake-News-Community sehr ambivalent betrachtet werden. Erstaunlich oft wird auf Artikel Bezug genommen, meist als besonders verlässlich scheinende Quelle, nach dem Motto: "Sogar der SPIEGEL gibt zu, ..."

Wie wird dieses Thema typischerweise aufgegriffen?
Für eine typische Desinformation dienen beispielsweise oft Kriminalfälle, in denen noch vieles unklar ist und es keine gesicherten Ermittlungsergebnisse über Hintergründe und Täter gibt. Hier werden Details erfunden und Schlüsse gezogen, die die eigentlichen Fakten absolut nicht zulassen. In den Schlussfolgerungen variieren die unterschiedlichen Fake-News-Plattformen, je nach Radikalität wird beispielsweise von einem "Versagen der Merkelschen Flüchtlingspolitik" gesprochen, oder davon, dass "Muslime Bestien" sind.

Wie sieht eine typische Fake News aus?
Das variiert. Sprachlich wird viel mit Emotionalisierung und Sensationalismus gearbeitet. Manche Kanäle lassen ihre Beiträge professionell aussehen, der Aufbau der Artikel imitiert den eines echten journalistischen Beitrags, mit Überschrift, Teaser, Text. Aber auch hier variiert die Professionalität stark, auf kleineren Seiten passiert dies oft überhaupt nicht.

Wie kann man als ungeübter Leser dann eine Fake News erkennen?
Lesen hilft! Und zwar bis zum Ende des Artikels. Oft wird in Überschrift und Teaser massiv gelogen und verdreht, um Leser anzulocken und die virale Verbreitung zu begünstigen. Im Text selbst wird dann kein Bezug zur Überschrift mehr hergestellt oder relativiert. Wenn im Artikel also die Behauptung aus der Überschrift nicht mehr so genau erläutert wird, sollte das beim Leser maximales Misstrauen wecken.
Wir alle konsumieren digitale Nachrichten oft sehr flüchtig und lesen viele Texte nicht zu Ende. Man behält nur Schlagworte aus Überschriften im Kopf, denkt nicht logisch darüber nach und überprüft keine Quellen-Links in Texten. Dabei würde Fertiglesen in vielen Fällen schon helfen, Fake News zu erkennen. Einen weiteren wichtigen Hinweis liefern reißerische Formulierungen.

Haben Sie die Forschungsergebnisse im Rahmen von DORIAN überrascht?
Ja, viele Ergebnisse haben mich in ihrer Klarheit überrascht: Fake News sind in Deutschland eindeutig ein rechtspopulistisches Phänomen. Diese Art der politischen Einflussnahme nutzen fast ausschließlich Rechtspopulisten. Linke behaupten nicht "Nazis killen Kinder" oder ähnliches, um ihre Gegner zu diffamieren.
Ich war auch überrascht, wie stark die Migrationsfrage thematisch im Vordergrund steht. Hier ist wirklich das Feld, wo die meisten Dinge erfunden werden. Das hatte ich nicht so eindeutig erwartet.

Wünschen Sie sich eine Fortsetzung des Projekts DORIAN?
Ja, auf jeden Fall. Unser gesamtes Team, von der Professorin bis zum studentischen Hiwi, hat eine enorme intrinsische Motivation, auf diesem Feld weiter zu forschen. Wir haben sehr motiviert und gewissenhaft gearbeitet. Wir sehen DORIAN als ein gesellschaftlich extrem relevantes Projekt. Dass das Thema nicht durch ist, sehen wir in Chemnitz und anderswo auf der Straße. Diese Stimmung basiert zum Teil auf diesen Netzwerken, die eine Mischung aus Meinung, wahrer Information und frei erfundener Details verbreiten. Das Phänomen Fake News hat das Potenzial, unsere Republik zu sprengen.

Was würden Sie gern noch genauer erforschen?
Welche Fake News verbreiten sich wie über soziale Netzwerke? Welche Argumentationsstrategien, welche Fake-News-Seiten, welche Meldungen sind besonders erfolgreich? Diesen Fragen würden wir beispielsweise gern nachgehen. Zudem können wir für Deutschland nicht verlässlich sagen, was für einen gesellschaftlichen Einfluss Fake-News-Seiten tatsächlich haben. Ich persönlich bin sehr motiviert, den nächsten Schritt zu gehen.


25.10.2018

Die Digitalisierung hebt die Lüge auf eine neue Ebene. Videobilder lassen sich immer glaubwürdiger manipulieren.

DORIAN-Experte Martin Steinebach erklärt im SRF, wie IT-Forensik diese Lügen aufdeckt.

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17.10.2018

Bitkom Akademie: Bildmanipulationen erkennen – Von IT Forensik bis Fake News

Bilder lassen sich leicht manipulieren, doch zum Glück hinterlässt jede Veränderung Spuren. Mithilfe IT-forensischer Tools und Methoden lassen sich Manipulationen und Fälschungen nachverfolgen. DORIAN-Experte Martin Steinebach erklärt im Video, wie das genau funktioniert.

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14.08.2017

Fake News finden und bekämpfen

Neues Forschungsprojekt DORIAN: Interdisziplinäres Team entwickelt rechtskonforme Methoden und praxistaugliche Handlungsempfehlungen

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Dr. Michael Kreutzer

Telefon +49 6151 869-348
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